Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

„Mathematik ist auch Frauensache!“


Thesen zur Mathematik
H. Bräsel
apl. Prof. Dr.
Heidemarie Bräsel
  • Alles was uns umgibt, enthält Mathematik.
  • Die Definitionen sind die Vokabeln der Mathematik.
  • Die Theoreme sind die Sprache der Mathematik.
  • Die Beweise sind die Perlen der Mathematik.
  • Mathematik betreiben ist harte Arbeit!
  • Mathematik macht Spaß!

Diese Thesen habe ich immer zu Beginn einer Anfängervorlesung vorgestellt, natürlich mit ausführlicheren Erläuterungen. Die letzte These hat oft Gelächter hervorgerufen, aber sie ist der Kern der Sache. Wann immer das Verstehen eines mathematischen Sachverhalts, das Lösen einer Aufgabe oder ein gelungener eigener Beweis einer mathematischen Aussage ein Glücksgefühl in Ihnen auslöst, dann sind Sie total dazu geeignet, Mathematik zu studieren. Ihre Anfangsliebe zur Mathematik kann sich sehr vertiefen, jeder gelungene Beweis produziert neue Fragen, neue Beweise, mehr Glücksgefühle… Natürlich geht das nicht von allein, Mathematik betreiben ist harte Arbeit.

Übrigens ist mir die Grundidee für meine Dissertation beim Bügeln gekommen, und mancher Beweis ist mir in der Straßenbahn eingefallen. Die Pause in der Forschung nach unserem zweiten Kind war Grund für meine Habilitation. Warum? Ich bin neugierig geblieben und musste in der Forschung wieder von vorn anfangen. Ohne diesen Neuanfang hätte ich die entscheidenden Ideen nicht gehabt, da bin ich mir sicher.

Wenn Sie wissen wollen, womit ich mich beschäftige, dann besuchen Sie mich doch auf meiner Homepage. Schauen Sie sich auch mein Forschungsteam an, viele junge Frauen sind darunter. Allen ist gemeinsam, dass sie die Mathematik lieben und dass sie neugierig waren, neugierig auch darauf, wie sich ihre mathematischen Kenntnisse in der Praxis ausnutzen lassen. Und das ist besonders spannend! Warum zögern Sie immer noch, sich für die Mathematik zu entscheiden? Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Gestaltung Ihres Lebens!

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Gute Betreuung und Unterstützung!
E. Holm
Eugenia Holm

Ich mochte schon in der Schulzeit, dass im Mathematikunterricht alles logisch und nachvollziehbar war. Anders, als zum Beispiel bei den Sprachen mit den ganzen Ausnahmen und Abweichungen von den Regeln. Das mag ich an meinem Studiumsfach immer noch. Außerdem wusste ich nach dem Abitur nicht, wo genau ich gerne später mal arbeiten würde. Mathematik lässt sehr viele Möglichkeiten offen: ich kann z. B. in die Automobilindustrie, in die Raumfahrt, in die Softwareentwicklung, in ein Versicherungsunternehmen, in eine Bank, an die Uni gehen und ich kenne sogar Mathematiker, die als Lehrer tätig sind. Die Mathematiker sind also fast überall gerne gesehen, weil sie abstrahieren, logisch denken und argumentieren, analysieren, Gesetzmäßigkeiten usw. erkennen können.

Warum Otto-von-Guericke Universität? Magdeburg als Studienort habe ich aus familiären Gründen gewählt. Erst später habe ich die Bedingung an unserer Universität kennen und schätzen gelernt. Insbesondere nachdem ich ein Semester an einer anderen Universität verbracht habe und die FH meiner Schwester gesehen habe. Die Otto-von-Guericke- Universität bietet ihren Studenten neben renovierten bzw. neuen Räumlichkeiten auch eine gute Betreuung. Es gibt noch nicht wahnsinnig viele Mathematikstudenten und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Professoren die Studenten per Namen kennen und ihnen gerne für Fragen zur Verfügung stehen.

Ich habe mich bewusst dazu entschlossen, meine beiden Kinder während meiner Studienzeit zu bekommen. Mir fehlte nicht mehr viel an Scheinen bzw. Prüfungen und ich wusste, dass ich Unterstützung seitens meiner Professoren bekommen werde. So war es auch. Mit einem Baby ist es nun mal nicht einfach, sich für die Prüfungen vorzubereiten, Seminarvorträge fertig zu stellen oder nebenbei Tutorien zu halten (das war mein Nebenjob). Aber das weiß jeder Professor und so kam man mir oft entgegen. Natürlich wird keinem etwas geschenkt, aber die meisten haben Verständnis dafür, dass man etwas länger für die Vorbereitungen braucht oder statt in der Vorlesung zu sitzen, das kranke Kind zuhause betreut.

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Mathematik verblüfft und macht Spaß!
S. Kabelitz
Stefanie Kabelitz

Mathematik ist stark und überzeugend. Natürlich hatte ich nach der Schule keine genaue Vorstellung, was mich im Mathematikstudium erwartet. Das einzige, was ich wusste, ist, dass es anders sein soll als Mathematikunterricht. Das ist wahr. Der Umgang mit konkreten Rechenbeispielen tritt in den Hintergrund. Vielmehr wird so stark verallgemeinert, dass alle Rechenbeispiele überflüssig werden und es ist möglich mit logischen Schlüssen auch andere davon zu überzeugen, dass jedes Beispiel die Aussage nur untermauern würde.

Zuerst braucht man etwas Zeit, die Sprache der Mathematik zu lernen. Dabei helfen die Prüfungen, die von Anfang an mündlich sind, was für ein sehr gutes Betreuungsverhältnis von Studenten zu Professoren in Magdeburg spricht. Hat man die ersten Semester erfolgreich studiert, dann kann man sich problemlos mit Mathematikern verständigen und das nicht nur in der eigenen Muttersprache. Mich hat die Mathematik nach Schweden geführt, wo ich Vorlesungen auf Englisch gehört habe und obwohl ich nur einen Crashkurs in Schwedisch hatte, auf schwedisch gestellte Aufgaben lösen konnte.

Mathematik ist universell. Mit der Entscheidung zum Mathematikstudium habe ich mir alles offen gehalten. Die Einsatzmöglichkeiten für Mathematiker sind sehr vielfältig. Als Nebenfach habe ich Wirtschaft gewählt. Aber ich wollte dieses nicht ausbauen, da mein Interesse der Numerik und Analysis gilt. Mit diesen Schwerpunkten mache ich zurzeit ein Praktikum bei T-Systems Solutions for Research in Göttingen. Diese Firma arbeitet eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen, sodass ich hier, fernab der Wirtschaft, physikalische Strömungssimulationen mache.

Mathematik verblüfft und macht Spaß. Ich genieße es, wenn mich jemand fragt, was ich studiere. Denn ich weiß, dass ich gleich in ein erstauntes Gesicht sehen werde, das mich vielleicht noch fragt, ob das nicht langweilig wäre. Nein. Zusammenhängeerkennen macht jedem Spaß, besonders in der Gruppe. Mit Kommilitonen vor einer Tafel voller Ideen zu sitzen und zu überlegen wie der nächste Schritt zur Lösung aussieht, ist das Größte. Viel mehr braucht man nicht um Mathematik zu betreiben. Das macht einen Teil ihrer Faszination aus. Den anderen Teil muss man selbst erfahren.

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Mathematik war schon immer meine Leidenschaft.
W. Kahle
Waltraud Kahle

Ich finde es auch heute noch faszinierend, wie universell die Mathematik ist, wenn zum Beispiel in wirtschaftswissenschaftlichen Anwendungen die gleichen Prozesse auftreten, die ich in meinem Spezialgebiet, der technischen Statistik, seit langem verwende.

Mein Arbeitsgebiet in der mathematischen Statistik liegt dort, wo für Anwender noch nicht genügend geeignete Verfahren zur Verfügung stehen. Eine klassische statistische Aufgabenstellung beginnt häufig mit der Voraussetzung: Gegeben seien n unabhängige und identisch verteilte Beobachtungen… Aber wer möchte schon gerne n Flugzeuge abstürzen sehen, um etwas über ihre Lebensdauer oder Grenznutzungsdauer sagen zu können? Oder welcher Hersteller von Kühlschränken möchte mit seinen Aussagen zur Qualität 15 oder 30 Jahre warten, bis bei allen Kühlschränken der Stichprobe der erste Ausfall beobachtet wurde? Die Bearbeitung dieser Aufgabenstellungen ist sehr spannend. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich einen eher männlichen Beruf ausübe.

Ich halte sehr gern Vorlesungen. Es macht sehr viel Freude, jeden Tag mit jungen Menschen zu tun zu haben und Erfahrungen weitergeben zu können.

Ich habe es in meinem Werdegang sicher viel einfacher gehabt, als eine junge Wissenschaftlerin heute: eine unbefristete Stelle an der Universität schafft die Sicherheit, die Frau braucht, um sich für Kinder zu entscheiden. Ich wollte in meinem Leben immer beides: Wissenschaft und Familie. Meine beiden Kinder sind inzwischen ein promovierter Mathematiker und ein experimenteller Physiker, der gerade promoviert.

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Ich studiere mit Kind!
D. Porep
Dajana Porep

Ich studiere Diplom-Wirtschaftsmathematik. Beim gemeinsamen Lösen von Übungsaufgaben habe ich die Liebe meines Lebens kennen gelernt. Während meiner Schwangerschaft haben wir uns beim Studentenwerk u.a. über finanzielle Unterstützung und Sonderregelungen für Studenten mit Kind informiert. So haben Studenten, die kein Urlaubssemester auf Grund der Pflege und Erziehung ihres Kindes nehmen, einen Anspruch auf einen Krippenplatz.

Andernfalls besteht die Möglichkeit im Urlaubssemester weiterhin Prüfungs- und Studienleistungen abzulegen. Des Weiteren sind die Universität und das Studentenwerk bestrebt ihrer Auszeichnung als "familienfreundliche Hochschule" gerecht zu werden und ihr Angebot auszubauen. Daher wurden z.B. Wickeltische aufgestellt und eine Spielecke in der Mensa eingerichtet. Seit dem Sommersemester 2010 wird für Krippen- und Kindergartenkinder eine "Randzeitenbetreuung" von 16-21 Uhr angeboten, so dass man auch an späten Lehrveranstaltungen teilnehmen kann.

Unser Wunschkind wurde am Ende des 8.Semesters geboren. Das 9. und 10. Semester nutze ich um meine letzten Prüfungen abzulegen und meine Diplomarbeit zu schreiben.

Wir haben die Entscheidung, während des Studiums ein Kind zu bekommen, nie bereut.

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Frauen können genauso gut Mathematik betreiben wie Männer!
K. Simon
Kristin Simon

Ich wurde gebeten hier in einem kleinen Artikel darzulegen, warum gerade Frauen Mathematik studieren sollten.

Am Anfang schien dies auch ganz leicht. Doch dann musste ich feststellen, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Es gibt keinen Vorteil den Frauen gegenüber den Männern beim Mathematikstudium haben.

Schließlich ist mir jedoch der wichtigste Punkt eingefallen: Frauen haben auch keinen Nachteil.

Wir Frauen sollten uns daher nicht von der herrschenden "Übermacht" der Männer auf diesem Gebiet einschüchtern lassen. Es gibt viele Studien, die zeigen, dass der "Durchschnittsmann" besser in Mathematik ist als die "Durchschnittsfrau". Diese punktet eher bei den Sprachen. Doch was ist Durchschnitt?

Wenn mich jemand fragt, was ich studiere, bin ich stolz darauf Mathematik sagen zu können. Viel stolzer bin ich jedoch, wenn ich auf die Gegenfrage "Als Frau?" sagen kann, dass ich schon lange nicht mehr die einzige bin.

Die einzige Frage die sich noch stellt ist somit:
Warum sollte man nicht auch als Frau Mathematik studieren?

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Letzte Änderung: 11.08.2015 - Ansprechpartner: Pierre Krenzlin
 
 
 
 
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